Katzenhaltung



Da mir die artgerechte Haltung von Haustieren sehr am Herzen liegt, habe ich hier die wichtigsten Punkte für die Katzenhaltung zusammen gefasst: 

HALTUNG​

Leider wird häufig angenommen, dass Katzen Einzelgänger sind. Sie sind Einzeljäger; für eine physisch und psychisch gesunde Entwicklung brauchen sie aber Artgenossen.

Gerade bei Streunerkatzen kann man deutlich beobachten, dass die Tiere in Kolonien zusammen leben, gemeinsam spielen, sich gegenseitig das Fell pflegen und kuscheln.

Katzen sollten daher immer mindestens einen Spielgefährten haben. Kein anderes Tier und kein Mensch, ganz gleich wie eng die Bindung, kann einen Artgenossen ersetzen. 

Auch wenn viele Katzen aus Einzelhaltung gesund und zufrieden wirken - mit einem Artgenossen wird es ihnen immer besser gehen! Zumal mögliche Folgen wie Hyperaktivität, Aggression, Depressionen und andere Verhaltensstörungen von unerfahrenen Haltern eventuell gar nicht erkannt werden.

Lediglich bei Katzen mit Freigang ist eine Ausnahme möglich, da diese in der Regel draußen den Kontakt zu Artgenossen haben. Allerdings ist hier die Anfangszeit zu bedenken: Ein Freigang sollte aus Sicherheitsgründen erst ab einem Alter von  9-12 Monaten ermöglicht werden. Gerade Kitten sollten aber wirklich niemals alleine gehalten werden, daher ist in diesem Fall das Adoptieren einer etwas älteren Katze empfohlen. 

Sollte ein Freigang nicht möglich sein und es muss unbedingt eine einzelne Katze sein, gibt es folgende Option als Kompromiss:  

Ältere Katzen, beispielsweise aus dem Tierheim, die zu früh von der Mutter getrennt und nicht richtig sozialisiert wurden bzw. alleine aufgewachsen sind und daher nun mit Artgenossen nicht mehr zurecht kommen.

FUTTER​

Hochwertiges Futter für Katzen zu finden ist anfangs gar nicht so einfach. 

Das Nassfutter sollte einen hohen Fleischanteil haben (mindestens 70-80%) und kein Zucker enthalten. Auch Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder Milchprodukte haben in Katzenfutter nichts verloren. 

Trockenfutter ist ein Streitthema. Hin und wieder etwas Trockenfutter für die Zahnpflege wird teilweise empfohlen; es sollte jedoch nicht das Hauptfutter darstellen. 

Die herkömmlichen, günstigen Futtersorten, die es in jedem Supermarkt zu finden gibt, entsprechen leider meist unserem "junk food" und sind daher nicht empfehlenswert. Im Fachhandel oder Online findet man jedoch einige gute Optionen. Zu empfehlende Marken sind beispielsweise MAC's, MjaMjAM, Iams, Grau und einige mehr. Man sollte sich trotzdem immer die Zusammensetzung durchlesen, da nicht alle Futtersorten einer Marke immer qualitativ gleich gut sind. Auch sollte man darauf achten ob "Alleinfuttermittel" oder "Ergänzungsfuttermittel" drauf steht. 

Wichtig ist auch die Fütterungsempfehlung bezüglich der Menge zu beachten und nicht zu viel zu füttern oder zu häufig Leckerli zu geben. Leider leiden Katzen häufig unter Übergewicht, was für die Gelenke und Knochen eine große Belastung darstellt und auch zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen kann. 

Und: Wasser oder Katzenmilch (nur bei Jungtieren) anbieten, niemals aber Kuhmilch! 

KATZENKLO

Im Haushalt sollte es mindestens so viele Katzentoiletten wie Katzen geben. Empfohlen ist sogar eine Katzentoilette mehr als es Katzen gibt, also 3 Klos für 2 Katzen, 4 Klos für 3 Katzen usw.

Da Katzen sehr reinliche Tiere sind, sollten die Toiletten regelmäßig gereinigt werden: täglich die Klumpen entfernen und je nach Streu/Toilette alle 2-4 Wochen komplett wechseln.

PFLANZEN & ANDERE GEFAHREN ​

Wer gerne Pflanzen hat, sollte sich vorher erkundigen, ob diese ungefährlich für die Stubentiger sind. Katzen knabbern gerne an den Stielen und Blättern, insbesondere wenn die Halter weg sind und ihnen langweilig wird - daher sollte absolut sicher gestellt sein, dass die Pflanzen für die Tiere nicht giftig sind.

Zu den giftigen Pflanzen zählen zum Beispiel Lilien, Tulpen, Osterglocken, Gummi- und Drachenbäume, sowie der Weihnachtsstern. 

Ungefährlich hingegen sind unter anderem Katzengras und -minze, Baldrian, Bambus, Korbmaranten und Kentiapalmen. 

Auch Kabel, welche angeknabbert werden können oder in denen sich eine Katze verfangen kann, sollten gesichert oder außer Reichweite der Tiere sein.

Kleine Plastikteile oder Plastiktüten sollten ebenfalls nicht einfach herumliegen, da Katzen gerne damit spielen, teilweise sogar daran knabbern und eine Erstickungsgefahr besteht. 

Selbst einige Katzenspielsachen sollten nicht unbeaufsichtigt herumliegen, da einzelne Teile abgebissen und verschluckt werden können. 

Außerdem zu bedenken:

Können die Tiere beim Betreten und Verlassen der Wohnung schnell rauslaufen und in Gefahr geraten? Ist der Balkon gesichert? Ist die heiße Herdplatte nach dem Kochen für die Katze zugänglich? Bei besonders neugierigen oder jungen Katzen ist auch empfehlenswert den Klodeckel zu schließen... 

KRALLEN- UND FELLPFLEGE

 

Katzen müssen ihre Krallen wetzen. Haben sie dafür nicht genügend Kratzmöglichkeiten zur Verfügung, werden die Möbel leiden. Daher wird empfohlen in jedem Raum mindestens eine Optionen anzubieten. Diese können variieren von Kratzbäumen oder - tonnen, über hängende und liegende Kratzbretter, bis hin zu Kratzwellen oder speziellen Spielsachen. 

Das Kürzen der Krallen ist im Normalfall NICHT notwendig - die Katzen wetzen sich die Krallen selbst.

Bitte beachten: Das Entkrallen ("Declawing") ist eine Amputation und sollte niemals vorgenommen werden!

Eine regelmäßige Fellpflege, besonders bei Langhaarkatzen oder zum Fellwechsel, ist ebenfalls empfohlen. Das richtige Waschen einer Katze ist hingegen nicht nötig, es sei denn das Tier ist sehr alt oder krank und kann sich selbst nicht mehr pflegen.

GESUNDHEIT

Einen guten Tierarzt zu haben ist natürlich unumgänglich. Auch gesunde Tiere sollten ca. ein Mal im Jahr (Freigänger ggfls. auch öfter) zum Tierarzt für einen allgemeinen Check-Up, sowie für die Impfung und Entwurmung. 

Darüber hinaus sollten die Halter das Verhalten ihrer Tiere gut beobachten, die Augen, Nase und Ohren auf Verklebungen untersuchen, ggfls. dass Fell nach Parasiten oder anderen Auffälligkeiten absuchen und bei Veränderungen schnell reagieren. 

Halter sollten außerdem versuchen Stress für ihre Tiere möglichst zu vermeiden. Je nach Charakter der Katze kann häufiger Besuch und generell laute Geräusche (Musik, TV, etc.) schon dazu beitragen. Auch Veränderungen stellen für Katzen oft einen großen Stressfaktor dar, daher sollte zum Beispiel in der Wohnung oder im Haus nicht unnötig umgeräumt werden.

LIEGEN UND VERSTECKEN ​

Wichtig ist auch, dass die Katzen genügend Rückzugsorte haben. Jede Katze sollte sich alleine zurück ziehen können. Idealerweise haben sie die Option zwischen richtigen Verstecken, wie beispielsweise auf einer Decke unter dem Bett/der Couch, Katzenhöhlen etc. und gemütlichen offenen Liegeplätzen in unterschiedlichen Höhen.

Da Katzen gerne einen Überblick haben, bevorzugen sie hohe Plätze - ein deckenhoher Kratzbaum ist daher Pflicht. Zusätzlich sind ein Cat-Walk oder zumindest einzelne Bretter und Körbchen an der Wand eine hervorragende Option.

Auch genügend Platz auf Fensterbrettern sollten den Tieren zur Verfügung stehen, da sie dort gerne sitzen, die Sonne genießen und die Außenwelt beobachten. 

SPIELEN & SCHMUSEN

Auch wenn Katzen den Großteil des Tages schlafen oder dösen, benötigen sie dennoch auch Aufmerksamkeit. Während die meisten Halter liebend gern mit den Tieren schmusen, gehört das Spielen leider häufig nicht zu den Prioritäten. Um den Jagddrang zu befriedigen und für genügend Bewegung zu sorgen, ist das Spielen jedoch wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden.

Clicker-Training eignet sich hervorragend um Katzen zu beschäftigen und auch mental zu fordern.  

Auch beim Schmusen sollte den Tieren immer wieder mal die komplette Aufmerksamkeit geschenkt werden - gerne also auch mal den TV ausmachen oder das Buch zur Seite legen wenn die Katze angeschnurrt kommt. 

Andersrum sollten aber auch die Grenzen der Tiere respektiert werden und Streicheleinheiten nicht aufgezwungen werden wenn sie gerade nicht erwünscht sind.


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